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Wer mit Holz arbeitet, muss sich als erstes Gedanken darüber machen, welches Holz für welchen
Zweck das richtige ist. Soll das Holz im Freien verwendet werden, zum Beispiel für Terrassen
oder Fassaden, ist diese Überlegung noch wichtiger, denn das Material ist Tag für Tag
der Witterung und mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt. Das bedeutet, dass für Hölzer,
die im Außenbereich verwendet werden, extrem hohe Anforderungen gelten. Tatsächlich sind
die meisten Holzarten für den dauerhaften Einsatz im Freien nicht zu verwenden.
Am geeignetsten beziehungsweise resistentesten sind Tropenhölzer. Doch der Kauf solcher
Hölzer scheint für viele Käufer gleichbedeutend mit Umweltzerstörung zu sein. Doch so einfach
sind die Zusammenhänge nicht.
Welches Holz ist das richtige für den Außenbereich?
Die DIN EN 350-2 teilt die Holzarten in Resistenzklassen ein. In der höchsten Resistenzklasse
findet man nur Tropenhölzer. Auch in der Resistenzklasse 2 findet man neben Tropenhölzern
nur zwei heimische Holzarten: die Eiche und die Robinie.
Hölzern, die mit Erde in Kontakt sind und der Resistenzklasse 1 "sehr dauerhaft" angehören,
wird unter gemäßigten klimatischen Bedingungen eine Lebenserwartung von 25 Jahren zugeschrieben.
Hölzer der Klasse 5 "nicht dauerhaft" würden unter denselben Bedingungen nur
fünf Jahre halten. Natürlich lässt sich die Lebenserwartung durch geeignete Holzschutz-Maßnahmen
um ein Vielfaches verlängern.
Hölzer der Dauerhaftigkeitsklasse 1 werden häufig als Konstruktionshölzer für Balkone, Terrassen,
Stege, Sichtschutzwände und Zäune verwendet. Da es sich in dieser Klasse ausnahmslos
um tropische Holzarten wie Bilinga und Denya aus Westafrika oder Ipê und Cumarú aus Südamerika
handelt, bleibt das Material zusätzlich bezahlbar.
In Afrika ist teilweise noch der Rundholzexport erlaubt, so dass man diese Hölzer auch direkt
von europäischen Sägewerken in jedem beliebigen Querschnitt beziehen kann, also einen
"Bauholz-Zuschnitt nach Liste" wie auch bei der heimischen Fichte.
Im Außenbereich können durchaus auch heimische Hölzer wie Douglasie, Lärche, Eiche und
Robinie eingesetzt werden - allerdings mit Nachteilen. Douglasie und Lärche zum Beispiel
sind zwar für den Außenbereich geeignet, aber relativ weich, und an wärmeren Tagen wird der
Harzfluß begünstigt. Eiche ist schwerer und härter, wird aber schnell teuer, wenn die Qualität
gut sein soll. Robinie ist unter den heimischen Hölzern das resistenteste, schwerer und härter
als Eiche, allerdings sind Bauten mit großen Dimensionen wegen der geringen Rundholzabmessungen
schwierig. Deswegen müssen bei der Robinie Äste, Farbfehler, Kern und kleine
Fauläste immer in Kauf genommen werden.
Teures Teak und schwieriges Bangkirai
Hölzer werden entsprechend ihren Gebrauchsklassen in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt.
Beide Hölzer kommen aus Südostasien. Teakholz wird meistens zu Gartenmöbeln verarbeitet.
Für größere Bauten ist es zu teuer, etwa viermal so teuer wie Eiche. Aus Bangkirai werden
geriffelte Terrassendielen, Sichtschutzzäune, Pergolen und Gartenmöbel gefertigt.
Bangkirai ist jedoch nicht so resistent wie angenommen. Laut DIN EN 350-2 gehört Bangkirai/
Yellow Balau (Shorea laevis) in die Dauerhaftigkeitsklasse 2, das häufige Bangkirai/Red
Balau (Shorea collina) wurde lediglich in die Klasse 3 bis 4 eingestuft. Überdies kommt es bei
Bangkirai zu starken Preisschwankungen und Lieferengpässen.
Auch das Holz selbst bringt Probleme: Wurmbefall und die Neigung auszubluten. Verfärbte
Fassade können eine Folge davon sein.
Bangkirai ist zudem eine Holzartengruppe. In einem Sortiment Bangkirai werden also mehrere
Holzarten gebündelt. Eine Lieferung kann infolgedessen gute und schlechte Teile enthalten
mit unterschiedlicher Dauerhaftigkeit und Stabilität.
Holz für Terrassendielen
Aus Afrika kommt das Bongossi, ein ideales Holz für statisch hoch belastete Konstruktionen.
Kleinere Querschnitte verziehen sich jedoch gern. Deshalb sollten Belagsbohlen eine Mindeststärke
von 40 mm haben und im Riftschnitt hergestellt sein. In direktem Kontakt zu Wasser
ist Bongossi sehr dauerhaft, aber nicht in der Übergangszone Wasser/Luft oder Erde/Luft. Laut
DIN EN 350-2 ist es dann nur der Dauerhaftigkeitsklasse 2 zuzurechnen.
Immer mehr Terrassendielen werden aus südamerikanischen Hölzern wie Ipê, Cumarú, Massaranduba
und Itaúba hergestellt. Ipê ist das hochwertigste Holz für den Außenbereich und
wird gern für exklusive Bereiche gewählt. Wegen seiner gelb-, rot- und olivbraunen Farbe
nennt man es auch "brasilianischer Nussbaum". Trotz seiner enormen Härte neigt es kaum zur
Rissbildung. Ipê und Cumarú zählen beide zur Dauerhaftigkeitsklasse 1.
Cumarú mit einem Farbspektrum von gelb- bis rotbrau ist ebenfalls ausgezeichnet für den
Außenbau geeignet. Verglichen mit Ipê hat es etwas höhere Quell- und Schwindmaße. Trotz
seines häufig vorkommenden Wechseldrehwuchses hält sich die Neigung zur Rissbildung in
Grenzen.
Itaúba und Massaranduba sind beide in die Dauerhaftigkeitsklassen 1 bis 2 eingestuft. Itaúba
ist gelb- bis kaffeebraun mit gelegentlichen punktförmigen Verfärbungen. Es neigt zu Rissbildungen
an der Oberfläche, vor allem wenn es in dickeren Dimensionen verwendet wird.
Itaúba hat verglichen mit Ipê, Cumarú und Massaranduba meistens ein geringeres Quell- und
Schwindverhalten.
Massaranduba ist ein homogenes Holz von blass- bis tiefroter Farbe, sehr hart und schwer von
hoher Elastizität. Es neigt zu Oberflächen- und Hirnholzrissen. Schnittkanten sollten immer
mit einem filmbildenden Anstrichmittel versehen werden. In allen Holzarten können Austrittslöcher
vorkommen, die durch Frischholzinsekten oder -würmer entstehen, die nur im lebenden
Baum vorkommen. Alles in allem sind Ipê, Cumarú, Massaranduba und Itaúba für den Außeneinsatz,
speziell für Terrassendielen, unter den südamerikanischen Hölzern die geeignetsten.
Von Barfuß- und rutschfesten Dielen
Gelegentlich taucht im Zusammenhang der Begriff "Barfußdiele" auf. Eine irreführende Bezeichnung,
denn Holzdielen laden nicht unbedingt zum Barfußlaufen ein. Oft zieht man sich
Splitter in die Füße - vor allem, wenn bei heimischen Nadelholzarten die rechte Brettseite, an
der Holzfasern herausstehen, oben liegt. Man sollte also auf keinen Fall über die Holzdielen
schlürfen, sondern die Füße heben.
Eine geriffelte oder gerillte Dielenoberfläche wird leichtsinnigerweise "Antislipprofil", also
"Anti-Rutschprofil" genannt. Ebenfalls nicht ganz korrekt. Bei nassem Holz besteht immer
Rutschgefahr ebenso wie bei Böden aus Stein oder Keramikfliesen. Daran ändern auch Profile
nichts. Gegenüber glatt gehobelten Brettoberflächen haben sie sogar einen Nachteil. Je nach
Verlegeart und Gefällerichtung bleibt das Regenwasser länger auf der Oberfläche stehen. Das
Profil vergrößert die Oberfläche. Dadurch verlangsamt sich der Trocknungsprozess. Moos und
Algern können sich stärker festsetzen. Allerdings: Geriffelte oder gerillte Oberflächen regen
bei nackten Fußsohlen die Reflexzonen an und steigern das Wohlbefinden. Einen großen Vorteil
haben hölzerne Bodenbeläge gegenüber Stein und Sand bei großer Hitze.
Holz und Umweltschutz: Fakten statt Emotionen
Seit geraumer Zeit befassen sich Umweltschützer und Medien mit der Zerstörung von Wäldern
und den Folgen für die Umwelt. Im Kreuzfeuer der Kritik steht die Abholzung der tropischen
Regenwälder. Richtig ist: Ein starkes Bevölkerungswachstum in den Tropenländern führt vermehrt
dazu, dass große Waldflächen gerodet werden, um Land für die landwirtschaftliche und
industrielle Nutzung zu gewinnen.
Die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft stellte jedoch fest, dass lediglich
zehn Prozent der Tropenwaldzerstörung auf unsachgemäße Holznutzung zurückzuführen sind.
60 Prozent fallen der Brandrodung sogenannter Wanderbauern zum Opfer, 30 Prozent landwirtschaftlichen
und industriellen Projekten. Ein Tropenholz-Boykott ist also sehr differenziert
zu betrachten. Zumal die ökonomischen Konsequenzen des Boykotts weitreichend und
problematisch sind. Mit der Nachfrage sind nämlich auch die Preise für Tropenholz gesunken.
Das heißt, für die Tropenländer ist der wirtschaftliche Wert des Holzes gesunken. Entgegen
den Hoffnungen der Boykotteure, dass dann die Wälder stehen bleiben, werden sie verstärkt
gerodet, um eine profitablere Nutzung der Flächen zu ermöglichen.
Der Boykott von Tropenhölzern stellt weder eine Problemlösung dar noch dient er der Erhaltung
des Tropenwaldes.
Der Raubbau an Wäldern ist zudem nicht nur ein Problem der Tropenländer. Die scheinbar
endlosen Waldgebiete der Russischen Föderation werden zunehmend Opfer der chronischen
Devisennot der Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Nachhaltigkeit und schonende Ernteverfahren
sind dort ebenso Fremdwörter wie in den Tropen. In der sibirischen Taiga zum Beispiel
steht mehr als die Hälfte des weltweiten Nadelwaldes, der jetzt ebenso dem Raubbau zum
Opfer fällt wie die Tropenwälder.
Die Wälder in Kanada, Russland und den USA verlieren zunehmend ihre ökologische Qualität
und verkommen zu artenarmen Plantagen. Selbst in Skandinavien dominieren bereits monotone
Produktionswälder.
Wie reagiert der Verbraucher?
Obwohl Tropenholz in besonderen Fällen alternativen Materialien überlegen ist, hat sich eine
Flucht in PVC, Metall oder heimische Hölzer entwickelt. Auf dem Fenstermarkt zeigt sich diese
Entwicklung besonders eindrücklich: Der Marktanteil der Fenster aus Tropenholz am gesamten
Markt ging von 15 Prozent 1988 auf 10,9 Prozent 1994 zurück. Im gleichen Zeitraum machte
der Marktanteil von PVC einen Sprung von 37 auf 47 Prozent.
Ein enormer Sprung, wenn man bedenkt, dass PVC spröde, hitze- und lichtempfindlich ist und
sich erst durch die Zugabe giftiger Zusatzstoffe einsetzen lässt. Schwermetallverbindungen
aus Blei und Cadmium sorgen dafür, dass es der UV-Strahlung standhält. Darüber hinaus ist
PVC eine der größten Dioxinquellen.
Eine andere Alternative sind Metalle. Aluminium rangiert auf den vorderen Plätzen. Bedenken
sollte man, dass für die Herstellung von Aluminiumprodukten fast das 50fache an Primärenergie
benötigt wird wie für ein vergleichbares Produkt aus Holz. Metall wächst nicht nach, beim
Recycling bildet sich Dioxin.
Damit sie im Außenbereich verwendet werden können und eine vernünftige Lebensdauer
haben, müssen heimische Hölzer mit Holzschutzmitteln behandelt werden. Die natürliche
Resistenz vieler tropischer Holzarten lässt den völligen Verzicht auf Holzschutzmittel zu.
Ein weiterer Vorteil für Holz jeder Art: Es kann problemlos in den natürlichen Stoffkreislauf
zurückgeführt werden.
Der Verbraucher sollte wissen:
Holz ist ein schöner Rohstoff und umweltfreundlich dazu. Doch viele Wälder auf der Erde werden
heute noch durch Kahlschläge zerstört, allerdings nicht nur in den Tropen. Selbst bei uns
in Deutschland werden längst nicht alle Wälder naturverträglich bewirtschaftet.
FSC - Zusammenschluss für den Wald
Der FSC, der Forest Stewardship Council, wurde 1993 als unabhängige, internationale Dachorganisation
gegründet. Mitglieder sind Umweltverbände, Waldbesitzer, Holzhandelsgesellschaften,
Holzverarbeiter, Interessenvertreter indigener Völker und Zertifizierungsorganisationen.
Es gibt eine Umwelt-, eine Sozial- und eine Wirtschaftskammer.
Wer ein FSC-Zertifikat erhalten möchte, muss sich nicht nur der Produktion von Holz und der
Waldpflege verschreiben, sondern er muss auch dafür sorgen, dass die Wälder, die Böden, die
Lebensräume und die Landschaft erhalten bleiben, der Lebensunterhalt der dort lebenden
Menschen gesichert ist. Nur Wälder, die umweltschonend, sozial verträglich und wirtschaftlich
rentabel geleitet werden, werden zertifiziert. Nicht der Zustand der Wälder ist entscheidend
für das FSC-Zertifikat, sondern die Qualität der Waldbewirtschaftung. Die Auswahl der zu fällenden
Bäume erfolgt nach waldbaulichen und naturschützerischen Kriterien. Das ausgebildete
Personal markiert und erfasst die Bäume auf Karten.
Natürlich zieht die nachhaltige Waldwirtschaft auch höhere Preise nach sich. Dennoch gibt es
in immer mehr Ländern, darunter in vielen tropischen Ländern, FSC-zertifizierte Gebiete.
Stichwort Plantagenwirtschaft

Kommerzielle Holzplantagen werden meistens mit nur einer Baumart bepflanzt. Es entsteht
also eine Monokultur. Gerade für die tropischen Böden geht durch die Zerstörung des vielschichtigen
Blätterdachs eine wichtige Schutzfunktion des Waldes kaputt. Monokulturen können
von vielen Tier- und Pflanzenarten nicht mehr besiedelt werden; die Artenvielfalt leidet.
Um Platz für die Plantagen zu gewinnen, wird Tropenwald vernichtet. Das Argument, das Holz
stamme aus Plantagenwirtschaft und sei deshalb ökologisch weniger bedenklich als echtes
Tropenwaldholz ist auf dieser Grundlage nicht haltbar.
Tropenholzboykott nicht sinnvoll
Wer Tropenholz boykottiert, sorgt letztlich dafür, dass der Wald seinen wirtschaftlichen Wert
verliert. Die Waldflächen müssen anderweitig genutzt werden, um das Land für seine Bewohner
profitabel zu machen. Auf dieser Grundlage ist der Boykott von Tropenholz nicht sinnvoll.
Schon heute wurden große Flächen in Sojabohnenplantagen oder Weideland umgewandelt. Die
Sojabohnen werden zum Beispiel für die Tierfutterproduktion genutzt, das Rindfleisch wandert
in die Tiefkühltruhen unserer Lebensmitteldiscounter oder wird von den großen Fastfoodketten
verwertet.
Statt zu boykottieren, kann man jedoch Tropenholz sinnvoll einsetzen und für eine nachhaltige,
umweltfreundliche Waldwirtschaft eintreten. Die drei größten tropischen Waldregionen
der Erde befinden sich in Südostasien, Afrika sowie Mittel- und Südamerika. Die Mittel- und
Südamerikaner sind in Bezug auf eine umweltbewusste Holzwirtschaft am fortschrittlichsten.
Dort gibt es in nahezu allen Ländern FSC-zertifizierte Waldflächen und Sägewerke. In Deutschland
wurden jedoch bisher hauptsächlich afrikanische und asiatische Hölzer verkauft, während
die Hölzer aus Mittel- und Südamerika weitgehend unbekannt waren.
Als einer der ersten in Deutschland ansässigen Importeure hat die Firma Kay Pannier GmbH
aus Trier südamerikanische Holzarten wie Ipê, Cumarú, Itaúba, Massaranduba, Jatobá, Muiracatiara,
Sucupira Preta etc. direkt aus Brasilien und angrenzenden Staaten nach Deutschland
eingeführt. Dabei achten wir darauf, dass die Hölzer weitestgehend im Ursprungsland veredelt
werden. Es wird kein Rundholz importiert, sondern auf Maß gesägtes Schnittholz. Dadurch ergeben
sich weitere Verdienstmöglichkeiten für die einheimische Bevölkerung. In Deutschland
wird das Holz lediglich noch bei Bedarf getrocknet und gehobelt.
Inzwischen vermarkten wir die südamerikanischen Harthölzer und daraus produzierte Halbfertigfabrikate
wie Terrassendielen, Konstruktionsholz, Fassadenprofile, Parkett und Massivholzdielen
nicht nur in Deutschland, sondern auch in Luxemburg, Frankreich, der Schweiz, Liechtenstein,
Österreich, Italien, Slowenien, Osteuropa und sogar im Nahen Osten. Wir importieren
ausschließlich legal geschlagenes Holz und setzen uns für eine weitere FSC-Zertifizierung von
Waldflächen in Mittel- und Südamerika ein.
"Nachhaltige Bewirtschaftung bedeutet die Betreuung von Waldflächen und ihre Nutzung in
einer Art und Weise, die die biologische Vielfalt, die Produktivität, die Verjüngungsfähigkeit,
die Vitalität und die Fähigkeit, gegenwärtig und in Zukunft wichtige ökologische, wirtschaftliche
und soziale Funktionen auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu erfüllen, erhält und
anderen Ökosystemen keinen Schaden zufügt."
(Definition von 1993 in Helsinki)