Rosenpflege

Rosenpflege im Sommer

 

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Viele Gartenrosen sind auf Wildrosen veredelt: entweder am Wurzelhals oder bei Hochstämmchen oben unterhalb der Krone. Doch die starkwüchsigen Wildtriebe treiben immer wieder durch. Damit sie der weniger wüchsigen Edelrose nicht die Kraft rauben, müssen sie entfernt werden.
Wildtriebe lassen sich gut erkennen: Sie haben kleinere Blätter, die oft 7-fiedrig sind, und eine hellere grüne Farbe. Die Wildtriebe am Stamm der Hochstämmchen lassen sich leicht mit der Rosenschere flach wegschneiden. Die Wildtriebe, die bei Beetrosen unterhalb der Veredlungsstelle austreiben, werden am besten mit einem kräftigen Ruck abgerissen.



Sommerschnitt


Nach der ersten Blüte im Juni/Juli wird bei allen öfterblühenden Rosen alles Verblühte herausgeschnitten, denn Gartenrosen sollen ja im Allgemeinen keine Hagebutten entwickeln, sondern eine zweite Blüte hervorbringen. Viele Sorten danken Ihnen den Schnitt mit neuer Blütenpracht bis weit in den Herbst hinein. Bei den Strauch- und Kletterrosen genügt es, über dem nächsten oder übernächsten Blatt zu schneiden. Die Edelrosen, sowie alle anderen Beetrosen werden stärker geschnitten. Die Rosenschere muss oberhalb des nächsten fünffachgefiederten Blattes angesetzt werden, da nur dort ein blühfähiger Trieb gebildet wird. Das können schon einmal 30 bis 40 Zentimeter unterhalb des Verblühten sein. Mehr Grün sollte die Rose aber nicht verlieren. Sie braucht alle Blätter für einen gesunden Stoffwechsel.



Sonstiges


Nach der Blüte erhalten alle Rosen frische Nahrung um sich zu erholen. Ein paar Hände voll Kompost, etwas Brennnesseljauche, oder einen organischen Dünger. Bei großer Trockenheit die Rosen nicht mit Wasser sprengen. Nässe auf den Blättern fördert den Pilzbefall (Sternrußtau!). Besser ist es, ein - bis zweimal pro Woche im Wurzelbereich gut zu gießen. Aber der Tiefwurzler Rose braucht eigentlich nur in extremen Wetterlagen gewässert zu werden, da seine Wurzeln bis zu 1 m in die Erde gehen und oft dort noch genug Wasser finden. Blätter mit weißem Mehltaubelag oder mit schwärzlichen Rostflecken unbedingt sofort abzupfen und vernichten, damit sich die Infektion nicht ausbreiten kann.



Rosenpflege im Frühjahr


Den eigentlichen Formschnitt macht man im Frühling, und zwar ungefähr zur Zeit der Forsythienblüte - auch wenn darüber die Meinungen auseinandergehen. Der zu frühe Schnitt veranlasst die Rosen, an milden Tagen auszutreiben. Dadurch wird die Pflanze aber in hohem Maße frostgefährdet, denn der Frost arbeitet sich von oben nach unten durch und läßt nicht viel übrig, wenn zu früh geschnitten wird.
Das Entfernen des Winterschutzes sollte möglichst an einem trüben oder wolkigen, milden Frühjahrstag durchgeführt werden. Für Rosen, die einige Monate unter einer schützenden Decke waren, ist es ein großer Schock, wenn sie plötzlich starker Sonnenbestrahlung (und die Märzsonne hat viel Kraft) oder austrocknenden Winden ausgesetzt werden. Beim "Abhäufeln" der Rosen sollte gleichzeitig der Boden gelockert werden. Für den Rosenschnitt sollte nur eine gut geschärfte und gut eingestellte Rosenschere verwendet werden. Mit einer stumpfen Schere werden die Triebe mehr abgequetscht als abgeschnitten. Grundregeln für den Rosenschnitt

- Alle geschädigten oder toten Triebe werden bis in das gesunde Holz zurückgeschnitten.
- Sehr dünne und schwache Triebe werden am Triebansatz entfernt
- Einmalblühende Rosen werden nur ausgelichtet (sonst bringt man sich um die Blüte), öfter blühende Rosen richtig zurückgeschnitten je nach Art und Wüchsigkeit in unterschiedlicher Länge.
- Schwachwachsende Sorten werden allgemein kürzer zurückgeschnitten, starkwachsende Sorten dagegen länger.

Die Triebe eines jeden einzelnen Rosenstocks werden je nach Triebstärke stärker oder schwächer eingekürzt. Nach dem Schnitt sollte eine Rose also nicht gleichmäßig lang sein, sondern unterschiedlich. Befinden sich noch abgestorbene Stellen unter der Erde, müssen sie frei gelegt werden, damit ein sauberes Abschneiden möglich ist, denn an abgestorbenem Holz unter der Erde bildet sich leicht Fäulnis oder es siedeln sich dort Pilze an. Im Mai kann man dann in Abständen von etwa einer Woche immer wieder einige Triebe einkürzen oder entspitzen (der Fachausdruck ist "pinzieren"), damit erreicht man einen späteren Blühbeginn. Vom Zeitpunkt dieses Pinzierens bis zur Blüte vergehen etwa 6-7 Wochen. Diese Methode funktioniert allerdings nur bei öfterblühenden Rosen. Damit kann man in einer Rosenrabatte eine Dauerblüte erreichen. Bei manchen Edelrosen, die das Frühjahr nur mit einem Trieb beginnen wollen, erreicht man eine stärkere Verzweigung.

Der Schnitt entfernt auch mögliche Infektionsherde von Rosenrost oder echtem Mehltau. Das Schnittgut muss sorgfältig von den Beeten entfernt werden, denn es bietet möglichen Kranheitserregern eine Grundlage. Am Besten wird es auch nicht kompostiert (es sei denn, der Kompost erreicht sehr hohe Temperaturen), sondern kommt in die Mülltonne. Besonders die Sporen von Sternrußtau, die noch auf den Trieben sitzen, sind sehr ausdauernd.

 

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